Wie Sie Geld verdienen mit Gesundheitstrends

Wie Sie Geld verdienen mit Gesundheitstrends

Von Martin Spieler, 21. Oktober 2019

Wegen der Zunahme von Zivilisationskrankheiten steigen die Gesundheitskosten – davon profitieren Anleger.

Des einen Leid, des anderen Profit: Fettleibigkeit ist in vielen Ländern ein Problem. Foto: iStock

Fettleibigkeit und Diabetes sind vor allem in den USA immer stärker verbreitet. Wie kann ich mir diesen Trend zunutze machen und in Firmen investieren, die Medikamente gegen die Erkrankung der Leber herstellen? R.O.

Demografie und Gesundheit sind aus meiner Sicht zwei Megatrends, die man auch als Anleger berücksichtigen sollte. Die Lebenserwartung in vielen Ländern weltweit steigt weiter an. Die Menschen haben den Wunsch, bei möglichst guter Gesundheit im Alter aktiv zu bleiben und auch die dritte Lebensphase zu geniessen.

Gleichzeitig nehmen aber Krankheiten wie Fettleibigkeit, Krebs, Diabetes, aber auch Alzheimer immer mehr zu. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung auf der einen Seite und der Zunahme von vielen Zivilisationskrankheiten klettert die Nachfrage nach Medikamenten, die Heilung oder zumindest Linderung versprechen, deutlich in die Höhe.

Gut sichtbar ist das bei Erkrankungen der Leber, wie eine aktuelle Studie der zur an der Schweizer Börse kotierten Bellevue Group gehörenden Adamant Healthcare zeigt.

Die Leber ist das Chemielabor des menschlichen Körpers. Als Schaltstelle für die Verarbeitung von Nährstoffen und für die Synthese vieler essenzieller Stoffe kontrolliert sie mehr als 500 Stoffwechselprozesse. Sie reguliert die Zusammensetzung des Blutes, baut rote Blutkörperchen ab und produziert unter anderem Gallensäfte, Proteine, Cholesterin, Fette und Bluteiweiss. Zugleich ist sie ein wichtiges Immunorgan und übernimmt Abwehrfunktionen gegenüber Bakterien und Viren.

«Gerät dieses Organ aus den Fugen, kann es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden kommen», sagt Cyrill Zimmermann, Head Healthcare Funds & Mandates bei der Bellevue Group. Chronische Leberentzündungen würden zu Vernarbungen, Organversagen und Krebs führen. Die Folge sind lange und kostspielige stationäre Behandlungen.

«Erschwerend kommt hinzu, dass sich Krankheitssymptome erst im fortgeschrittenen Stadium zeigen, wenn bereits eine massive Organschädigung vorliegt», erklärt Zimmermann. Umso mehr sei es erstaunlich, dass in den letzten Jahren nur wenige Arzneien auf den Markt kamen, deren Wirkprofil auf die vielfältigen Funktionsstörungen der Leber ausgerichtet ist. Immerhin relativ gut behandeln liessen sich Hepatitis-Infektionen, die weltweit am meisten verbreitete Lebererkrankung.

Das in medizinischer wie auch kommerzieller Hinsicht grösste Potenzial bieten laut Zimmermann die metabolische Fettleber und die nicht alkoholische Fettleberentzündung als die zwei am stärksten wachsenden Lebererkrankungen. Hauptursache für Letztere ist die ungesunde Ernährung in Verbindung mit Bewegungsmangel.

Zimmermann kommt aus Anlegersicht zum Schluss: «Mit Hepatitis, seltenen Lebererkrankungen, Krebs und vor allem der nicht alkoholischen Fettleberentzündung bietet die Leber in vier Krankheitsfeldern kurstreibende Innovationen.» Als Anlegerin partizipieren könnten Sie, indem Sie Aktien von Biotech- und Pharmafirmen kaufen. Attraktiv sind in diesem Kontext insbesondere die Papiere von Novo Nordisk.

Das Problem dabei ist, dass Sie mit diesem Einzeltitel ein Klumpenrisiko eingehen. Mit weniger Risiken in Therapien rund um Leberkrankheiten und Diabetes investieren können Sie mit Anlagefonds und spezialisierten Beteiligungsgesellschaften wie Adamant Health. Diese ist nicht nur in Novo Nordisk, sondern auch in Unternehmen wie Intercept Pharma, Alnylam Pharma oder Exelixis engagiert, die erfolgreich Therapien gegen Leberkrankheiten entwickelt haben, und bietet trotz Fokus auf Leberkrankheiten eine breite Diversifikation im Healthcarebereich, die man angesichts der erhöhten Risiken, die jede Medikamentenentwicklung beinhaltet, unbedingt einhalten sollte.

Martin Spieler

Martin Spieler ist unabhängiger Wirtschafts- und Finanzexperte. Er war Chefredaktor der «SonntagsZeitung», der «Handelszeitung» und der TV-Börsensendungen «Money» und «Money Talk». Er moderiert jede Woche TV-Geldsendungen auf TeleZüri, Tele M1 und Tele 1 und ist täglich auf verschiedenen Radiostationen zu hören. In der «SonntagsZeitung» betreut er die Rubrik Geldberater.